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Donnerstag, 23. Juni 2011

Wem vertrauen die Europäer? Was wird wohl der Historiker der Zukunft über die jetzige Krise schreiben?

Menelaos Gkivalos : ´´Unbegrabene politische Leiche``
22-6-2011

Wenn sich die Begebenheiten so entwickeln...

Wenn sich die Begebenheiten so entwickeln, wie Troika und IWF sie geplant haben, dann, zwei-drei Wochen nach der Abstimmung des Mittelfristigen Programms und des neuen Memorandums von ihren Auftragnehmern hierzulande, tritt unser Land in ein neues Kapitel seiner Geschichte.

ES WANDELT SICH IN EINE ART MODERNER NEO-KOLONIE, DIE IHRE GRUNDSÄTZLICHEN ÖKONOMISCHEN UND POLITISCHEN GEWALTEN EINER EXOGENEN INTERESSENSSTRUKTUR WIRD ABGETRETEN HABEN.

Es handelt sich im Grunde um eine Art Änderung der Regierungsform, deren Legitimierung im Rahmen des Parlaments versucht wird, INDEM GRUNDLEGENDE VERFASSUNGSBESTIMMUNGEN IGNORIERT ODER ABGESCHAFFT WERDEN.

Die neue KONSULARISCHE STATTHALTERSCHAFT wird in der Praxis die Regierung des Landes übernehmen, indem sie Aufseher-´´Gauleiter`` in die Schlüsselministerien einsetzt. Sie übernimmt, zusätzlich, die Verantwortung für die Wertschätzung und den Ausverkauf des nationalen und staatlichen Eigentums. 

Der Ausverkauf wird sogar mit einer ´´Zeit-Kontobelastung``, mit einem speziellen ´´Taxameter`` kontrolliert, insofern vorgesehen wird, dass alle fünf oder sieben Tage - das ist noch nicht geklärt worden... - eine Privatisierung oder eine Veräußerung stattfinden wird...

Wie sind wir bis hierhin gelangt... Denn es ist der Ministerpräsident selbst, der im Politischen Rat des PASOK die ´´freiwillige Sklaverei`` ´´rechtfertigte`` und zugab,  die Griechen, den Staat als unfähig, die Krise zu bekämpfen, bei den europäischen Amtsträgern bezeichnet zu haben. Leider, seitdem er Ministerpräsident geworden ist, schmäht und demütigt Herr Papanderou das Land und die Bürger. Er hat sich in eine Art ´´nationalen Provokators`` verwandelt. Wenn er sich politisch schwach oder unfähig oder politisch unzulänglich fühlt, das Land zu regieren, dann, anstatt unsere Heimat und ihr Volk zu unterschätzen und zu mißachten, muss er schnell möglichst zurücktreten. Er kann jedenfalls nicht ein Volk vertreten, das er selber verachtet und schmäht.

All das sind natürlich Symptome der Verzweiflung, in dem er und sein Stab sich befinden. Seit einigen Wochen, als festgestellt wurde, dass das Memorandum völlig scheiterte und dass die nationale und politische Verpfändung des Landes durch ein neues, beschwerlicheres Memorandum erfolgen soll, das zur wirtschaftlichen Katastrophe und Verelendung der Bürger führt, stürzen die letzten ´´Stützen``der Regierung und des Ministerpräsidenten mit Krach zusammen.

PASOK und Herr Papandreou persönlich BEFINDEN SICH IN FREIER STURZRICHTUNG. Der Sozial- und Wahlsturz der regierenden Partei nimmt die Form eines Naturphänomens ein. Auch wenn Herrn Papandreou und den ´´memorandischen`` Interessen gelingt, durch Druck, Einschüchterung und erpresserische Dilemmata für das ´´Programm`` abstimmen zu lassen, werden sie es nicht realisieren und damit umgehen können.

DIE GESELLSCHAFT IST GEGENÜBER IHNEN, DAS GANZE GRIECHENLAND IST EIN PLATZ. Ein ´´Platz`` voll von Bürgern, jungen Menschen, die nationalen und individuellen Anstand, Respekt ihrer Rechte, die Sicherung ihrer Zukunft beanspruchen. Und ihnen gegenüber haben sie eine Regierung, die, in der Bahn ihres endgültigen Sturzes, von den fremden und den einheimischen Interessen verzweifelt unterstützt wird, so dass sie, bevor sie gestürzt wird, ihr katastrophales Werk vollenden kann.

Aber die Lügen sind vorbei. Schon laut letzter Messungen befindet sich PASOK um vier Prozent hinter der Neuen Demokratie. Sein wirklicher sozialer Einfluss beträgt unter 15% der Wählerschaft, während sich sein Wahleinfluss auf ungefähr 27% beläuft und uns an den Wahlprozentsatz von PASOK bei den Nationalwahlen von 1977 erinnert (25,34%)... G. Papandreou hat nicht nur das Land um vier Jahrzehnte rückständig gemacht, sondern auch die Resonanz von PASOK in der Gesellschaft...

Jetzt werden die Vorteile zu Nachteilen für Herrn Papandreou. Falls es Wahlen gibt, werden mit PASOK weniger als 80 Abgeordnete gewählt werden... Und wenn Herr Papandreou bisher dachte, seine ´´empörten`` Abgeordneten  manipulieren zu können, jetzt wird es noch die politische Kategorie der ´´desperados`` geben, der ´´Verzweifelten``, die es vorziehen werden, ehrenvoll zu fallen, als fatalistisch ins ´´politische Gruppengrab`` hineinzukommen, das ihnen Herr Papandreou bereitet...

Die heutige Regierungsmacht stürzt zusammen. Möge sie aber nicht beim ihrem Sturz das Land und seine Bürger mitreißen...


Der Artikel wurde am 16-6-2011 in der Zeitschrift ´´Epikaira`` veröffentlicht. 
Nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt von Mnemosyne
Den Originaltext in griechischer Sprache finden Sie hier:  
http://www.epikaira.gr/epikairo.php?id=23040&category_id=100

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